FACHARTIKEL NOVEMBER 2019

 

LOHNFORTZAHLUNGSREGELUNGEN IN TARIFVERTRÄGEN UND DEREN RELEVANZ FÜR GESETZLICH UND PRIVAT KRANKENVERSICHERTE MITARBEITER

 

 

Peter Quickert
Director BENEFITERIA GmbH München/Düsseldorf 

 

 

Sehr geehrte Leserin, Sehr geehrter Leser,

 

in Deutschland ist eine Lohnfortzahlung von sechs Wochen im Krankheitsfalle des Arbeitnehmers für Arbeitgeber gesetzlich bindend und darf nicht unterschritten werden.

 

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Fachartikel zu Lohnfortzahlungen
in Tarifverträgen und deren Relevanz für Krankenversicherte Mitarbeiter
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Nach sechs Wochen setzt bei gesetzlich krankenversicherten Mitarbeitern das sogenannte Krankengeld ein. 

Dieses Krankengeld ermöglicht dem Mitarbeiter bei einer längeren Erkrankung, seinen Lebensunterhalt weiterhin bestreiten zu können. Dies ist dennoch mit gewissen Einkommensverlusten verbunden:

 

  • Für pflichtversicherte Arbeitnehmer bis zu einem jährlichen Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) zur Krankenversicherung (2019: 54.450 € p.a.) beträgt der Einkommensverlust zum normalen Netto ca. 23%.
  • Für freiwillig versicherte Arbeitnehmer oberhalb dieser BBG entsteht eine weitaus höhere Einkommenslücke, da das Krankengeld auf 70% der BBG abzüglich Sozialversicherungsanteile begrenzt ist (in 2019 max. 2.793 € monatliches Krankengeld)!  

 

Viele tariffreie Arbeitgeber erweitern diese gesetzliche Regelung und bezuschussen eine längere als die sechs Wochen andauernde Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers, um dessen Verdienstausfall bei Arbeitsunfähigkeit zum Teil bzw. ganz aufzufangen und sie regeln dieses in einer Betriebsvereinbarung bzw. Versorgungsordnung.

 

Auch für Mitarbeiter von tarifgebundenen Arbeitgebern bzw. Arbeitgebern, die sich dem Tarifvertrag anlehnen, gelten oftmals verbesserte Lohnfortzahlungsregelungen aus den Manteltarifverträgen (MTV). Zum Beispiel sehen die großen Branchen Metall/Elektro und Chemie in deren MTV vor, den länger erkrankten Mitarbeitern weitere Zuschüsse zu gewähren. Diese Zuschüsse werden in der Regel gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit berechnet und enden meistens nach sechs Monaten, so dass die Einkommensverluste der Mitarbeiter erst später eintreten (im Vergleich zu Arbeitnehmern von Arbeitgebern, die keine besondere Lohnfortzahlungsregelungen vorhalten).

BESONDERHEITEN FÜR PRIVAT     KRANKENVERSICHERTE MITARBEITER:

 

Privat krankenversicherte Mitarbeiter erhalten kein Krankengeld. Sie sind darauf angewiesen, innerhalb ihrer privaten Krankenversicherung ein sogenanntes Krankentagegeld mit einzuschließen, welches ihren Bedarf (in der Regel das Nettoeinkommen) deckt. Dieses Krankentagegeld  wird in der Regel ab der siebten Woche einer Arbeitsunfähigkeit vereinbart, da die gesetzliche Regelung eine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers von sechs Wochen vorsieht. 

 

Die Prämienhöhe einer privaten Krankentagegeld-Versicherung richtet sich u.a. an dem Eintrittsalter, der Höhe des Tagegeldes und insbesondere auch nach der Karenzzeit, ab wann der Versicherer leisten soll (in der Regel Karenzzeit von sechs Wochen aufgrund der gesetzlichen Lohnfortzahlung).

 

Ein späterer Leistungsbeginn (also eine längere Karenzzeit) des Tagegeldes reduziert die Prämienhöhe erheblich. 

 

Der Arbeitgeber hat insofern ein Interesse, dass die privat krankenversicherten Mitarbeiter ihre Tagegeldversicherung mit der korrekten Karenzzeit angepasst auf die tatsächliche Lohnfortzahlungs-Regelung des Arbeitgebers versichert haben. Ist dies nicht der Fall, zahlen Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber ebenfalls (in Form des Arbeitgeberzuschusses) jeweils eine zu hohe Prämie.

 

Des Weiteren bekäme der Mitarbeiter in einem solchen Fall sein versichertes Tagegeld nicht vom Versicherer in voller Höhe ausgezahlt, da es sich um eine Überversicherung (Tagegeld plus individuelle Lohnfortzahlung = höher als das Nettoeinkommen) handelt und das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) im § 200 ein sogenanntes Bereicherungsverbot vorsieht.

 

Im Leistungsfall kann sich der Versicherer die arbeitsvertragliche Regelung vorlegen lassen kann.

 

 

In unserer Beratungspraxis treffen wir in mehr als der Hälfte der Vorgänge auf privat versicherte Mitarbeiter, die ihre Tagegeldversicherung nicht auf die tatsächliche Lohnfortzahlung ihres Arbeitgebers angepasst haben! 

 

BESONDERHEITEN FÜR ARBEITGEBER:

  • Informieren Sie regelmäßig ihre privat kranken-versicherten Mitarbeiter auf ihre besonderen Lohnfortzahlungsregelungen (am besten direkt bei Einstellung)
  • Überprüfen Sie regelmäßig bei den privat krankenversicherten Mitarbeitern, ob sich aufgrund der Betriebszugehörigkeit die Staffelung ihrer Lohnfortzahlungsregelung für den Mitarbeiter verlängert.

Gerne unterstützen wir Sie (in Form von Informationsschulung für die Mitarbeiter) und Ihre Mitarbeiter direkt (Begleitung der nötigen Umstellung des Tagegeldes beim jeweiligen Versicherer) als unabhängiger Dienstleister.

 

IHR NUTZEN ALS ARBEITGEBER: 

  • „we care“ für Ihre wichtigen Fach- und Führungskräfte, die privat versichert sind

  • Entlastung der Personalabteilung von versicherungsspezifischen Fragen der Mitarbeiter

  • Reduzierung von (unnötigen) Arbeitgeberzuschüssen

 

Über Inhalte und Möglichkeiten informieren wir Sie gerne.

 

Peter Quickert

Director Team PKV-Optimierung



 

 

Peter Quickert

Director Team PKV-Optimierung

 

Telefon: +49 2159 9216052

Mobil: +49 178 5473400

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